Syllabus ist die wichtigste Vereinbarung mit den Schülern über den Prozess und die Bedingungen der Ausbildung, und der Bildungsprozess wird danach organisiert. Ein Lehrplan sollte den Inhalt des Kurses (Ziele, Themen, Literatur zum Weiterlesen) und Methoden der Arbeit mit den Studierenden (Arbeitsarten, Bewertungsprinzipien) enthalten. Das studienjahr an der HSE gliedert sich in vier Teile, die als “Module” bezeichnet werden. Auf jedes Modul folgt eine Untersuchungszeit, die in der Regel ein bis zwei Wochen dauert. Um die Jahrtausendwende wurden zahlreiche Berufe mit innovativen Prüfungsinstrumenten modernisiert und saniert. Die große Zahl neuer Instrumente führte jedoch bald zu einer nahezu unüberschaubaren “Verbreitung der Terminologie” (SCHMIDT 2005, S. 1). Im Rahmen der schriftlichen Prüfung umfassten beispielsweise die Aufgaben, die die Bewerber zu erfüllen hatten, “praktisch verwandte Aufgaben”, “komplexe praxisbezogene Aufgaben”, “praktische beschäftigungsorientierte Aufgaben”, “Unternehmensaufgaben” und “sektorübergreifende Aufgaben”. Die vielfältigen Reformen auf der Ebene der Prüfungsinstrumente, Prüfungsstrukturen und Leitprinzipien haben insbesondere seit Mitte der 90er Jahre zu erheblichen Veränderungen im Prüfungssystem geführt. Diese Veränderungen haben bis heute ihre Spuren hinterlassen.

Die Haupttreiber des Wandels waren neue betriebliche Anforderungen, der Wunsch, berufliche Kompetenzen in Prüfungen besser abzubilden und das bestehende Prüfungssystem zu kritisieren. Die konkrete Umsetzung dieser Innovationen wurde über einen sehr kurzen Zeitraum um die Jahrtausendwende durch eine Welle neuer Vorschriften erleichtert.2 Zusätzliche Hilfe ist die CPRE FL Praxisprüfung mit Lösungen und Korrekturhilfen in der gleichen Form, Struktur und Demart der eigentlichen Prüfung. Verbindliche Vorgaben, die durch Gesetze und Empfehlungen und Innovationen eingeführt wurden, die aus der Unternehmenspraxis hervorgegangen sind, haben in den vergangenen Jahrzehnten zur Weiterentwicklung der Prüfungsordnung geführt. Das Zusammenspiel dieser Aspekte hat sich positiv auf das Untersuchungssystem ausgewirkt. Es wurde die Absicht verfolgt, die beruflichen Anforderungen in den Prüfungen in geeigneter Weise abzubilden und valide Aussagen über den Erwerb beruflicher Kompetenzen innerhalb des jeweiligen Berufes zu ermöglichen. Reformen der Prüfungsstrukturen, Prüfungsinstrumente und Leitprinzipien stellen in der Regel eine Herausforderung für die Prüfungspraxis dar. Innerhalb von Fristen, die häufig kurz sind, und vor dem Hintergrund veränderter Anforderungen maßnahmen zu ergreifen, prüfungsaufgaben, Melde- und Ausbilder zu erstellen, Unterstützungsmaterialien wie Bewertungsraster zu entwickeln und die Durchführung der Prüfungen zu organisieren. In den siebziger und 1980er Jahren wurden im Zuge der durch den Einsatz neuer Technologien begründenden Verschiebung des Qualifikationsbedarfs neue Methoden in der betrieblichen Ausbildung entwickelt. Ziel war es, lernprozesse in Zusammenarbeit mit anderen Lernenden eigens gesteuert zu gestalten und diese Prozesse an das Modell der in sich geschlossenen Tätigkeit (einschließlich der Fähigkeit, autonom bei der Planung, Durchführung und Bewertung von Arbeiten zu handeln) auszurichten. Der Leitgedanke der Beschäftigungsorientierung wurde 1987 mit der Aktualisierung der industriell-metallverarbeitenden und elektrischen Berufe in die Ausbildungsordnung eingeführt.